GESCHICHTE
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Geschichte des Dorfvereins
Der Dorfverein Courlevon-Coussiberlé wurde am 28. November 2014 gegründet, nachdem feststand, dass die Gemeinde Courlevon per 1. Januar 2016 mit Murten fusionieren wird. Der Verein versteht sich als Sprachrohr zwischen der Bevölkerung des Ortsteils und der Gemeindebehörde Murten. Bereits kurz nach der Gründung traten rund 100 der 300 Einwohner dem Verein bei.
Regelmässig finden Gespräche zwischen den Dorfvereinen und der Gemeinde statt. Zudem tauschen sich die Dorfvereine Altavilla, Büchslen, Clavaleyres, Courlevon, Galmiz, Gempenach, Jeuss, Lurtigen und Salvenach untereinander aus.
Der Dorfverein fördert den Zusammenhalt im Ortsteil durch kulturelle und gesellige Veranstaltungen und führt traditionelle Anlässe weiter, darunter die 1.-August-Feier, die Samichlausfeier und die Senioren-Weihnachtsfeier.
An der jährlich zu Jahresbeginn stattfindenden Generalversammlung sammelt der Vorstand Veranstaltungsideen aus der Bevölkerung. Einige Anlässe sind inzwischen fester Bestandteil des Jahresprogramms, wie z.B. das Eiersuchen für Kinder mit anschliessendem Osterbrunch am Karfreitag oder der Tagesausflug.
Weitere Ortsmitglieder sind jederzeit herzlich willkommen, um mit neuen Ideen und Veranstaltungsvorschlägen den Zusammenhalt im Ortsteil zu bereichern und ein Teil des Vereins zu sein.

Geschichte der Dörfer Courlevon und Coussiberlé
Die Gemeinde Courlevon umfasst(e) die Dörfer Courlevon und Coussiberlé. Soweit bekannt gehören diese beiden Ortschaften seit jeher zur Herrschaft Murten, der späteren gemeinen Herrschaft unter Bern und Freiburg, nach der Helvetik zum Bezirk Murten und seit 1848 zum Seebezirk.
Der Name Courlevon wird erstmals 1214 als Familienname erwähnt, und zwar ein C. de Curlivin als Zeuge einer Liegenschaftsübergabe im Kloster Hauterive, 1278 ein Uldricus de Corlovon. Im Murtenbiet erscheint der Familienname Courlevon 1428 in Ried bei Kerzers, 60 Jahre später in Galmiz. Im Notarbuch des Theobaldus Loys erscheint Collovon 1409 und die erstmalige Erwähnung von Coursibellay im Jahre 1413. Die französisch klingenden Ortsnamen werden von Sprachforschern wie folgt erklärt: Cour gleich Hof, sowie die Männernamen Lobo, Leubo, Lupinus, Lupus, Levon, Levonon; bei Coussiberlé auch Cour und der Familienname Berilo.
Im Steuerrodel von Murten im Jahre 1428 werden für Courlevon und Coussiberlé je 9 Steuerpflichtige erwähnt, und knapp 100 Jahre später werden bei den beiden Orten je 6 Waffenfähige gezählt. Auch bei späteren Rödeln werden die beiden Ortschaften separat erwähnt.
Bei der Auseinandersetzung zwischen Freiburg und Bern in den Jahren 1448/49 sowie 1476 vor der Schlacht bei Murten wurde das Dorf Courlevon in Mitleidenschaft gezogen. Ein grosser Dorfbrand im März 1790 zerstörte 7 Häuser, sodass nur 3 übrig blieben. Wie aus Dokumenten aus dem Gemeindearchiv hervorgeht, hatten die beiden Dörfer 1798 beim Einmarsch der Franzosen (Frantzen genannt) Truppen einzuquartieren, und die Bevölkerung hatte einiges auf sich zu nehmen.
Ein gut erhaltenes Pergament mit Siegel aus dem Jahre 1717 erwähnt die Teilung des bisher gemeinsam genutzten Landes im Crau zwischen Courlevon und Coussiberlé. Die seit 1761 geführten Rechnungsbücher sind im Archiv vorhanden und geben ebenfalls Auskunft über das Leben der beiden Ortschaften.
Die wirtschaftlichen Beziehungen waren immer hauptsächlich nach Murten ausgerichtet. Die Stadt Murten besitzt im Oberholz ausgedehnten Wald. So verkaufte 1554 Courlevon an Wilhelm Gurni von Murten zwei Parzellen von je 6 Jucharten, wobei eine an den Spitalwald von Murten grenzte. Nach anderen Unterlagen erweiterte Murten den Waldbesitz im Oberholz später von Auswärtigen.
Weiter besassen Murtner Bürger, zuletzt die Familie Weibel, ein beträchtliches Landgut in Courlevon; in der Regel erwarben sie auch das Bürgerrecht. Nach Möglichkeit suchten sie immer Land an sich zu ziehen. Nach dem Aussterben eines Zweigs der Familie Weibel im Jahre 1799 gelangte das Gut durch Erbgang an die vornehme Berner Familie Lüthart; ein Sohn war Generaleinnehmer des Kantons Bern, der andere Senator der Helvetischen Republik. Diese Familie verkaufte das Gut 1819 an zehn Teilhaber von Courlevon, wodurch das seinerzeit günstig verkaufte Land wieder in hiesigen Besitz gelangte.
Das grosse Landgut in Coussiberlé besass früher eine Familie Lamberger von Freiburg, danach Ammann von Freiburg, später Monney von Cournillens und Auderset von Cressier. Im Jahre 1920 wurde es von den Pächtern Kilchherr erworben. In den frühen Namenlisten erscheinen französische Personennamen wie Collon, Collombin, Froment, Poncet, Villan, Cabudet, Chollet, Mayentzar.
Die Kinder besuchen die französische Pfarreischule in Courgevaux. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts lassen sich Belk (gebürtig aus Preussen), Liniger von Wohlen bei Bern, Meyer von Corcelles, ursprünglich jedoch von Zürich, sowie Helfer von Lurtigen einbürgern.
Im Jahre 1768 erhält Courlevon von Bern die Bewilligung, eine deutsche Schule einzurichten. Vorerst kommt dies jedoch nicht zustande; die Schüler können aber die Schule in Münchenwiler besuchen. Aus Platzgründen ist dies jedoch nicht lange möglich. Im Jahre 1796 unternimmt Pfarrer Sigmund Bitzius in Murten (Vater von Jeremias Gotthelf) einen weiteren Versuch und verhilft Courlevon zu einer deutschen Schule. Diese wird in einer misslichen Zeit gebaut: 10 Jahre nach dem Dorfbrand und während der Besetzung durch die Franzosen.
Mit der deutschen Sprache kann sich ein namhafter Bürger von Coussiberlé nicht abfinden, und dieses Dorf sucht den Anschluss an Courgevaux. Gemäss Beschluss vom 23. April 1817 bildet die kleine Gemeinde Coussiberlé mit Gurwolf eine Syndikatur. Mit einem Mitglied im Gemeinderat, separater Kasse und gemeinsamer Verwaltung wird während 54 Jahren zusammen gewirtschaftet.
Schliesslich, im Jahre 1871, mit einer zunehmenden Zahl von deutschsprachigen Einwohnern, spannt Coussiberlé in ähnlicher Weise mit Courlevon zusammen. Die Gemeindefusion erfolgte 1974.
Die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden wurde in Courlevon schon in frühester Zeit praktiziert. Aus dem Murtenbuch A ist bekannt, dass im Jahre 1441 Cressier und Courlevon wegen der Weidfahrt eine Vereinbarung trafen. Aus der ältesten Dokumentabschrift im Gemeindearchiv ist auch bekannt, dass 1655 Chandossel, Courgevaux, Coussiberlé und Courlevon wegen des Schutzes des gemeinsam anliegenden Waldes eine Verordnung trafen.
Text von Hans Herren; 2008; Murten.